Strafbestand "homosexuell"? Die Polizei und der Paragraf 175
Shownotes
Heute schützt die Polizei selbstverständlich CSDs und begleitet Demonstrationen queerer Communities. Weit über ein Jahrhundert hinweg war sie jedoch Teil einer Verfolgungspraxis, die schwule Männer kriminalisierte, überwachte und aus dem öffentlichen Leben verdrängte.
Die Grundlage dafür bildete der §175, der seit 1871 sexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe stellte. Besonders im Nationalsozialismus entwickelte sich daraus ein System systematischer Verfolgung durch Kriminalpolizei und Gestapo mit vielen Todesopfern.
Diese Folge fragt deshalb: • Wie entwickelte sich die Verfolgung schwuler Männer durch Polizei und Strafrecht seit dem Kaiserreich? • Was hat es mit dem auf der Spitze stehenden Dreieck, dem sogenannten „Rosa Winkel“, auf sich? • Und wie wandelte sich die Rolle der Polizei vom Vollstrecker eines diskriminierenden Gesetzes hin zum heutigen Schutzauftrag?
Klar wird: Die lange Geschichte des §175 wirkt bis in die Gegenwart hinein und macht deutlich, warum der Schutz queerer Communities und ihrer Sichtbarkeit heute eine besondere Verantwortung professionellen polizeilichen Handelns darstellt.
Weiterführende Literatur
Lücke, Martin; Mangold, Anna Katharina (2023): Verfolgung, Widerstand, Selbstbestimmung: zur Geschichte und Gegenwart queerer Menschen in Deutschland. Göttingen: Wallstein Verlag.
Munier, J. Noah (2026): Paragraf 175 StGB in der jungen Bundesrepublik - Verfolgung und staatliche Repression: Baden-Württemberg im Fokus eines sich wandelnden Sexualitätsdiskurses 1945-1969. Freiburg: wbg Academic.
Zinn, Alexander (Hrsg.) (2020): Homosexuelle in Deutschland 1933-1969: Beiträge zu Alltag, Stigmatisierung und Verfolgung, Göttingen: Verlag: V & R unipress.
Dobler, Jens (2020): Polizei und Homosexuelle in der Weimarer Republik: zur Konstruktion des Sündenbabels, Berlin: Metropol.
Impressum:
"Fragen an die Polizeigeschichte" ist ein Projekt des Fachgebiets "Polizeigeschichte und Politische Bildung" der Deutschen Hochschule der Polizei.
Konzept, Redaktion und Texte: Gundula Gahlen, Doris Kock und Pauline van Moll. Sprecherin und Produktion: Pauline van Moll
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