Rassismus als Struktur? Der Tod von George Floyd
Shownotes
Dieser Beitrag nimmt am Wettbewerb Fast Forward Science 2026 teil! www.fastforwardscience.de
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FFS
Was hat der Tod von George Floyd mit Polizeigeschichte zu tun? In dieser Folge blicken wir hinter das Ereignis von 2020 und ordnen den Fall historisch ein:
Warum wurde gerade der Fall George Floyd zu einem weltweiten Symbol? Was sagt er aus über die lange Geschichte von Polizei und strukturellem Rassismus in den USA? Und warum ist dieser Fall auch in Deutschland für Debatten über Racial Profiling, Vertrauen in die Polizei und demokratische Verantwortung relevant?
Wir zeichnen zentrale Linien von den Slave Patrols über die Jim-Crow-Ära bis in die Gegenwart nach und zeigen institutionelle Routinen, Deutungsmuster und Machtverhältnisse auf, die über Generationen hinweg fortwirken.
Zum Weiterlesen
Hinton, Elizabeth (2021): America on Fire. Rassismus, Polizeigewalt und die Schwarze Rebellion seit den 1960ern, Karl Blessing Verlag.
Hunold, Daniela; Singelnstein, Tobias (2022): Rassismus in der Polizei: Eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme, Wiesbaden: Springer Nature.
Black Past: Racial Violence in the United Stated since 1526 Link zur Website
Aktuelle Studien zu Polizeigewalt und Diskriminierung in Deutschland und den USA:
Deutsche Hochschule der Polizei. Universität der Polizeien des Bundes und der Länder (2024) Motivation, Einstellung und Gewalt im Alltag von Polizeivollzugsbeamten Polizeistudie MEGAVO
Antidiskriminierungsstelle des Bundes / Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (2025). Polizei und Diskriminierung. Risiken, Forschungslücken, Handlungsempfehlungen: Abschlussbericht Polizei und Diskriminierung
Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhang (2026) Abschlussbericht der InRa-Studie „Institutionen und Rassismus“. Rassismus in deutschen Institutionen und institutioneller Rassismus in Deutschland:Abschlussbericht InRa-Studie
Spencer Piston, Kaneesha R. Johnson, Selma Hedlund, Chas Walker (2025) The Study of Racism and Policing in the United States. Annual Review Political Science. 28:499-519. Link zum Artikel
Brennan Center for Justice (2021). State Policing Reforms Since George Floyd’s Murder. New York University School of Law. Link zur Website
Impressum:
"Fragen an die Polizeigeschichte" ist ein Projekt des Fachgebiets "Polizeigeschichte und Politische Bildung" der Deutschen Hochschule der Polizei.
Konzept, Redaktion und Texte: Gundula Gahlen, Doris Kock und Pauline van Moll. Sprecherin und Produktion: Pauline van Moll
Wir freuen uns über Kommentare, Themenvorschläge und Anregungen! Kontakt: E-Mail: podcast.polizeigeschichte@dhpol.de Tel. +49 2501 806-684
Datenschutzerklärung: https://www.dhpol.de/datenschutz.php
Transkript anzeigen
00:00:01: Willkommen zu Fragen an die Polizeigeschichte.
00:00:09: In dieser Reihe gehen wir spannenden und manchmal auch unbequem Fragen zur Geschichte der Polizei nach.
00:00:15: Wir schauen zurück, um besser zu verstehen was staatliche Verantwortung Recht und Ordnung damals und heute bedeuten.
00:00:24: Für diese Folge schauen wir auf ein Thema das viele noch sehr präsent haben den Tod von George Floyd im Mai, und die große Debatte über strukturellen Rassismus in der Polizei der USA als Reaktion darauf.
00:00:37: Unser Poster zeigt ein Graffiti-Porträt von George Floyd mit den Worten I can't breathe.
00:00:44: Dieser Satz wurde später zu einer Art Symbol – nicht nur für diesen Fall sondern für ein größeres Problem und eine lange Geschichte.
00:00:52: Und genau darum geht es heute.
00:00:54: Wir fragen uns, was zeigt der Fall George Floyd über die Geschichte von Rassismus, Polizei und staatlicher Gewalt in den USA?
00:01:02: Warum wurde sein Tod zum globalen Symbol.
00:01:05: Und warum ist es für uns hier in Deutschland und in der Polizeiausbildung wichtig sich mit dieser Geschichte auseinanderzusetzen?
00:01:13: Gehen wir am Anfang zurück ins Jahr zwanzig.
00:01:17: Am fünfundzwanzigsten Mai wird George Floyd im Minneapolis festgenommen.
00:01:21: Wenige Minuten später liegt er auf dem Boden, mit dem Gesicht auf dem Asphalt.
00:01:26: Ein Polizist kniet auf seinem Nacken – mehr als neun Minuten lang.
00:01:30: George Floyd sagt immer wieder den Satz I can't breathe und keiner greift ein.
00:01:37: Eine Passantin filmt das Geschehen und dieses Video verbreitet sich innerhalb von Stunden weltweit.
00:01:42: Der Grund, warum dieser Fall so einschlug liegt nicht nur in der sehr erschreckenden Tat selbst also in der Ermordung von George Floyd durch einen Polizeibeamten sondern auch in der Geschichte die dahinter steht.
00:01:54: Um zu verstehen warum so viele Menschen direkt gesagt haben das ist nicht neu brauchen wir einen kurzen Blick in die US-amerikanische Geschichte Nicht um alles darüber zu erklären aber um ein paar zentrale Linien sichtbar zu machen Denn das Verhältnis zwischen Polizei, staatlicher Kontrolle und rassistischen Praktiken hat in den USA eine sehr lange Vorgeschichte.
00:02:16: Ganz am Anfang stehen die sogenannten Slave Patrols.
00:02:19: Sie entstehen ab Anfang des achtzehn Jahrhunderts hauptsächlich im Süden der USA.
00:02:25: Slave patrol waren bewaffnete von den Kolonialregierungen und seit der Unabhängigkeit siebzehnundsechzig von dem Bundesstaaten offiziell eingesetzte Einheiten.
00:02:35: Sie waren also keine privaten Bürger wären, sondern gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitskräfte die speziell für die Kontrolle der versklavten Bevölkerung geschaffen wurden.
00:02:44: Eine moderne Polizei gab es zu dieser Zeit im Süden der USA noch nicht.
00:02:48: Sheriffs hatten andere Aufgaben – v.a.
00:02:51: Steuererhebung und Gerichtsvollzug.
00:02:54: Für die Überwachung und Disziplinierung der versklarften Menschen brauchte man ein eigenes System und genau das leisteten die Slave Patrols.
00:03:05: Ersten, sie suchten nach Geflüchteten versklavten Menschen.
00:03:09: Wer gefunden wurde, wurde unter Gewaltanwendung zurückgebracht und dort bestraft – oft durch schwere körperliche Strafen.
00:03:16: Manche Patrouillen durften Menschen die sich widersetzten sogar erschießen.
00:03:20: Zweitens, sie kontrollierten Plantagen- und Siedlungen um Aufstände zu verhindern.
00:03:25: Dazu gehörten nächtliche Rundgänge das Durchsuchen von Schlafplätzen und es unterbinden jeder Form von Organisation.
00:03:32: Selbst harmlose Treffen konnten als verdächtig gelten.
00:03:36: Das Ziel war klar, jede Form von Selbstbestimmung im Keim zu ersticken.
00:03:41: Drittens sie überwachten die Bewegung schwarzer Menschen generell und verlanken Papiere oder Genehmigung.
00:03:47: Wer sich ohne Erlaubnis bewegte konnte festgenommen oder bestraft werden.
00:03:52: Auch freie Schwarze mussten jederzeit nachweisen dass sie rechtmäßig unterwegs waren.
00:03:58: Die Kontrolle von Mobilität war ein Mittel, politische, wirtschaftliche und soziale Freiheit zu verhindern.
00:04:05: Das alles waren staatlich angeordnete Gewaltpraktiken in den USA die eindeutig rassistisch organisiert waren.
00:04:13: Und auch als die Sklaverei nach dem Bürgerkrieg abgeschafft wurde verschwanden diese Muster nicht einfach – im Gegenteil!
00:04:21: Viele dieser Kontroll- und Gewaltmechanismen tauchten in den Jahren danach in neuen staatlichen Strukturen wieder auf, vor allem im Süden der USA.
00:04:30: Hier ist es wichtig zwischen Nord- und Südstaaten zu unterscheiden – denn im Nord entstehen moderne Polizeibehörden im Laufe des neunzehnten Jahrhunderts eher nach europäischen Vorbildern.
00:04:40: Das heißt städtisch organisiert und mit einem Schwerpunkt auf sozialer Kontrolle in schnell wachsenen Städten.
00:04:46: Im Süden sieht das anders aus!
00:04:49: Dort entstehen professionelle Polizeien oft erst nach dem Bürgerkrieg und sie knüpfen an das an, was es vorher schon gab.
00:04:55: Also die Erfahrungen, die Routinen und zum Teil auch das Personal der ehemaligen Sklavenpatrouillen.
00:05:03: Viele der neu gegründeten Polizeibehörden übernehmen nicht nur ehemallige Patrouillenführer- und Mitglieder sondern auch deren Grundlogik also die Überwachung schwarzer Mobilität des Unterbindenpolitischer Organisierungs und dass Durchsetzen eines rassistisch geordneten Systems.
00:05:19: Eine zentrale Rolle spielten dabei die sogenannten Black Coats, also Gesetze, die unmittelbar nach der Abschaffung der Sklaverei eingeführt wurden.
00:05:29: Sie sollten Schwarze Menschen weiterhin kontrollieren und ihre Freiheit massiv einschränken – zum Beispiel durch Arbeitszwang, Bewegungsbeschränkungen und harte Strafen für sogenannte Landstreicherei.
00:05:40: Die Polizei setzte diese Regeln aktiv durch und sorgte damit dafür dass rassistische Kontrolle auch nach dem Ende der Sklaverei bestehen blieb.
00:05:48: Black Coats sind deshalb so wichtig zu erwähnen, weil sie zeigen wie eng staatliche Gewalt und rassistische Kontrolle miteinander verknüpft waren.
00:05:56: Und wie solche Strukturen in Institutionen überdauern können selbst wenn sich die Gesetze ändern?
00:06:02: Das heißt natürlich nicht dass die moderne Polizei im Süden eine direkte Fortsetzung der Slave Patrols war Aber grundlegende Funktionslogiken, also die Kontrolle über Wachen und die gezielte Regulierung schwarzer Bevölkerungsteile blieben in veränderter Form bestehen und wurden institutionell weitergetragen.
00:06:21: Und genau das ist der Punkt!
00:06:23: Diese Muster verschwinden nicht einfach nur weil sich die Organisationsform ändert.
00:06:27: sie verlagern sich lediglich in neue rechtliche Formen.
00:06:31: Und diese neuen Form sind es aus denen schließlich das System hervorgeht dass wir als Jim Crow Error kennen Sie markiert die Phase, in der diese rassistischen Strukturen nicht nur fortgeführt sondern gesetzlich festgeschrieben wurden.
00:06:44: Diesmal nicht mehr als Blackcoats, sondern also umfassten Systemen der sogenannten Rassentrennung – das ab den Achtundhundertsiebziger Jahren bis in die zweite Hälfte des zwanzigsten Jahrhundertes hinein den Alltag in den Südstaaten bestimmte.
00:06:58: Der Name Jim Crow geht auf eine berühmte rassistsische Kunstfigur aus dem sogenannten Minstrel-Show zurück.
00:07:06: In diesen Shows traten weiße Unterhaltungskünstler mit schwarz geschminkten Gesichtern auf und stellten Schwarze Menschen in übertriebenen Stereotypen und abwertenden Rollen dar.
00:07:16: Jim Crow wurde dadurch zu einem Symbol für die herabsetzende Darstellung Schwarzer Menschen allgemein.
00:07:23: Später wurde der Begriff Jim Crow Error zur Bezeichnung von den Zeitraum, indem im Süden des USA das System eben dieser sogenannten Rassentrennung oder auf Englisch racial segregation herrschte.
00:07:36: Dieses System beruhte auf hunderten lokalen und bundesstaatlichen Gesetzen.
00:07:40: Dazu gehörten konkrete Regeln wie getrennte Schulen, getrennte Sitzbereiche in Bussen, getrannte Eingänge im öffentlichen Gebäuden, Krankenhäuser, Gefängnisse, Parks-Restaurants oder sogar getrennete Trinkwasserbronn.
00:07:54: Die Polizei spielte in diesem System eine extrem aktive Rolle – denn sie überwachte kontrollierte und sanktionierte Vorstöße gegen diese sogenannte Rassentrennung.
00:08:04: Das heißt, sie sorgte dafür dass schwarze Menschen konsequent benachteiligt wurden und das der weiße Bevölkerungsteil seine gesellschaftliche Dominanz behält.
00:08:14: In vielen Städten schützte die Polizei zu dem weiße Bürger in Verstrafverfolgung wenn diese schwarzen Menschen bedrohten oder angriffen.
00:08:21: Die Polizei war also nicht neutraler Ordnungsfaktor sondern Teil eines aufrechterhaltenden Unterdrückungssystems.
00:08:29: In den neunzehntfünfziger- und sechzigerjahren kam es dann zur Bürgerechtsbewegungen.
00:08:34: berühmte Akteure wie Martin Luther King
00:08:36: Jr.,
00:08:36: Rosa Parks, die Student and Violent Coordinating Committee also kurz SNCC oder die Freedom Riders kämpften für gleiche Rechte.
00:08:43: Und hatten auch Erfolg damit!
00:08:45: Zum Beispiel im Form des Civil Rights Acts von hierfür aus, den Verbot der Diskriminierung in öffentlichen Einrichtungen und dem Voting Rights Act von hierzu aus, also dem Schutz des Wahlrechts für Schwarze Bürgerinnen.
00:08:59: Diese Gesetze veränderten den rechtlichen Rahmen massiv Aber sie verändert nicht automatisch die institutionellen Routinen.
00:09:07: Denn auch nach nünzeltfünfundsechzig wurden schwarze Amerikanerinnen deutlich häufiger kontrolliert, härter bestraft und sie hatten weniger Vertrauen in die Polizei – aus gutem Grund wenn wir uns die Geschichte anschauen!
00:09:20: Viele Polizeibehörden bleiben außerdem überwiegend weiß- und rassistischer Einstellungenwirken informell weiter etwa zum Beispiel bei der Einschätzung wer gefährlich sei Und genau das ist wichtig.
00:09:32: Rechtliche Gleichstellung bedeutet nicht automatisch gleiche Behandlung im Alltag.
00:09:37: Und diese Kontinuitäten ziehen sich bis heute durch, wie der Fall George Floyd zeigt.
00:09:43: An dieser Stelle kann man gut einen Moment innerhalten und sich fragen – ist es eigentlich ein rein US-amerikanisches Problem?
00:09:49: Die ehrliche Antwort ist… nein!
00:09:52: Auch wenn historische Entwicklungen in Deutschland eine ganz andere ist, kennen wir ähnliche Muster.
00:09:57: Zum Beispiel bei der Frage wer häufiger kontrolliert wird und wer bestimmte polizeiliche Maßnahmen eher erlebt als andere?
00:10:04: In Deutschland läuft das unter dem Begriff Racial Profiling Und auch hier geht es um Ungleichbehandlungen im Alltag Um Zuschreibungen, um Erfahrungswissen dass Menschen machen und um die Frage wie sich das auf ihr Vertrauen in staatliche Institutionen auswirkt.
00:10:19: Denn auch hier in Deutschland zeigt sich immer wieder, dass bestimmte Gruppen häufiger im Blick der Polizei geraten als andere und das Vertrauen dadurch sehr unterschiedlich verteilt sein kann.
00:10:29: Die Ursachen dafür liegen nicht nur an einem einzigen historischen Moment sondern in vielen Entwicklungen die sich über lange Zeit aufgebaut haben In der deutschen Kolonialgeschichte zum Beispiel oder in rassistischen wissenschaftlichen Traditionen seit dem neunzehnten Jahrhundert, natürlich auch in der NS-Zeit und in Form des Alltagsrassismus die sich hartnäckig gehalten haben.
00:10:50: All das hat die deutsche Gesellschaft und auch ihre Polizei stark geprägt und ist daher bis heute in ihren Strukturen, Diskursen.
00:10:59: Wenn wir heute also von strukturellem Rassismus sprechen und ganz konkret von Strukturelm-Rassismus in der Polizei, dann meint das genau diese langen historischen Linien in den USA.
00:11:11: Es geht nicht um die Absicht einzelner Beamter – es geht darum dass Institutionen historisch und gesellschaftlich geprägt sind und sich über die Zeit hinweg bestimmte Vorstellungen, Regeln und Routinen in Institution festgesetzt haben, die Ungleichbehandlung und Diskriminierung auch heute noch befördern können!
00:11:30: Die Geschichte ist also weder in Deutschland noch in den USA weg, sondern sie wirkt weiter.
00:11:36: Genau deshalb wurde der Tod von George Floyd nicht als isolierter Fall gesehen, sondern als Teil eines größeren Musters in einer Institution, je nach wie vor rassistische Strukturen und Praktiken enthält – mit direkten konkreten Auswirkungen auf das Leben schwarzer Menschen.
00:11:55: Wenn wir jetzt zum Schluss noch einmal auf die Folgen des Falles George Floyd schauen, dann wird deutlich wie weitreichend er eigentlich war.
00:12:01: Juristisch war ein Ausnahmefall.
00:12:04: Derek Chauvin, der Beamte, der George Floyd fixiert hatte wurde im Jahr- und Zwanzig wegen Morders zweiten Gradis im deutschen Recht entspricht das in etwa einem Totschlag in einem schweren Fall zu zweiundzwanzig Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt und zusätzlich in einem Bundesverfahren wegen der Verletzung von Bürgerrechten.
00:12:23: Auch die beteiligten Kollegen wurden wegen Beihilfe zum Totschlag verurteilt.
00:12:28: Solche Entscheidungen sind in den USA selten, besonders wenn es um tödliche Polizeigewalt geht.
00:12:33: Aber die größere Wirkung ging über den Gerichtsaal hinaus – Die Black Lives Matter Bewegung, die es zwar vor dem Jahr hat, wurde nach dem Tod von George Floyd zu einer lauten internationalen Stimme gegen Rassismus und Polizeigewalt.
00:12:47: Weltweit gingen Menschen auf die Straße und hielten Plakate mit genau diesem Satz hoch, den wir hier auch auf dem Poster sehen können I can't breathe.
00:12:54: Nicht nur in New York und Minneapolis, sondern auch hier in Deutschland.
00:12:59: Nicht weil die Situation in Deutschland identisch wäre, sondern weil die grundlegende Frage dieselbe ist – wer wird wie durch staatliche Gewalt geschützt?
00:13:07: Und wer wird durch sie gefährdet?
00:13:09: In den USA führte diese Debatte zu verschiedenen Reformen versuchen.
00:13:14: Manche Städte veränderten ihre Ausbildungsprogramme andere führten striktere Richtlinien zur Deeskalation ein oder verpflichteten Bodycams.
00:13:22: Einige Behörden haben begonnen, den Einsatz von Wirgegriffen generell zu verbieten.
00:13:27: Die Wirkung solcher Maßnahmen ist umstritten aber es hat zumindest eine breite Auseinandersetzung gegeben und auch in Deutschland hatte der Fall Wirkung.
00:13:34: Es gab Diskussionen wie Racial Profiling über Vertrauen in die Polizei und über die Frage, wie divers Polizeibehörden eigentlich sind.
00:13:42: Einige Bundesländer haben daraufhin Studien zur Polizeikontrollen angestoßen andere haben Projekte zur interkulturellen Öffnung und Antidiskriminierung ausgebaut Und in der Polizeiausbildung, also auch hier eine DH-Poll spielt die Frage nach strukturellem Rassismus inzwischen eine deutlich größere Rolle als noch vor ein paar Jahren.
00:14:01: Nicht weil man die Polizei unter Generalverdacht stellen möchte sondern weil professionelles Handeln voraussetzt dass man die Wirkung von historischen Mustern und strukturalen Effekten versteht.
00:14:12: Am Ende geht es nicht nur um einen Fall im Minneapolis sondern um die grundsätzliche Frage, wie staatliche Gewalt in einer demokratischen Gesellschaft gerecht, transparent und menschenwürdig bleibt.
00:14:24: Der Tod von George Floyd zeigt was geschieht wenn diese Ansprüche verletzt werden Und warum es notwendig ist dass die Polizei nicht nur Vertrauen stärkt Sondern auch ihre Strukturen, Routinen und historischen Belastungen kritisch reflektiert.
00:14:36: Denn die Polizei trägt Verantwortung für alle Menschen In einer pluralen Gesellschaft Und diese Verantwortung beginnt mit der Bereitschaft hinzuschauen.
00:14:46: Auch oder gerade auf das, was unbequem ist?
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